Kornburger Heimatmuseum

Das Kornburger Heimatmuseum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kornburg hätte im Jahr 2023 das 65-jährige Bestehen gefeiert. Es wurde als «lebendiges Geschichtsbuch» des ehemaligen Kornburger Gerichtsbezirkes im Jahre 1958 von Pfarrer Gottlieb Geiß gegründet

  • von  Harald Dix
    16.06.2022
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Heimatmuseum Kornburg

Pfarrer Gottlieb Geiß hatte eine großartige Sammlung von vielen Gegenständen aus den umliegende Orten zusammengetragen, die eine wertvolle Dokumentation der ehemaligen Gemeinden Kornburg, Worzeldorf, Pillenreuth und Kleinschwarzenlohe darstellen.

Auch die handwerklichen Tätigkeiten der ortsansässigen Holz- und Metallberufe sind durch ausgestellte Werkzeuge vertreten. Eine naturgetreue Nachbildung des Klosters Pillenreuth ergänzt im Obergeschoss die Ausstellung. Urkunden, Briefe und amtliche Schreiben ergänzen die Sammlungen. Eine Abteilung der Kornburger Landschule ist ebenfalls zu sehen, sowie Gerätschaften der früheren Feuerwehren.

Musikinstrumente, verschiedene Haushaltsgegenstände und Küchengeräte zeigen die Tätigkeiten unserer Vorfahren anschaulich und sind somit ein wichtiger Teil der Ortsgeschichte.

Nun wurde bereits zum 31.12.2019 das Museum geschlossen, weil es vor allem bauliche und feuerpolizeiliche Mängel gab. Die Kirchengemeinde hat aber keine finanziellen Mittel, um eine Sanierung durchzuführen.

Ich hatte mit einem Antrag im Januar 2020 die Kulturverwaltung aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, damit das Museum nicht auf Dauer geschlossen wird. Die Verwaltung sollte überprüfen, wie der bauliche Zustand des Gebäudes ist und Vorschläge für eine Sanierung unterbreiten.

Die Verwaltung sollte ein Finanzierungskonzept mit Beteiligung der zuständigen Stellen der evangelischen Kirche für die Sanierung des Gebäudes und für den langfristigen Betrieb des Heimatmuseums erstellen. Hier war auch abzuwägen, inwiefern sich die Stadt Nürnberg finanziell beteiligt. Weitere Zuschussgeber und Investoren sollten in dem Finanzierungskonzept eingebunden werden.

Nach leider über zwei Jahren kam jetzt die Antwort der Kulturverwaltung. Ein Auszug:

Die Museen der Stadt Nürnberg bedauern die Schließung des aufgebauten und betriebenen Heimatmuseums Kornburg. Gerne ist der städtische Museumsverbund im Rahmen seiner Möglichkeiten bereit, zu Fragen der Sammlung oder den Betrieb betreffend beratend tätig zu sein. Auch das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg steht gerne bei Fragen zur Ausstellungskonzeption und zur Vermittlung beratend zur Seite.

Zur Erarbeitung eines Vorschlags für ein fundiertes Nutzerkonzept bzw. den Betrieb des Heimatmuseums reichen leider die finanziellen und personellen Ressourcen bei den Museen der Stadt Nürnberg nicht aus. Denn eine umfassende inhaltliche Konzeption sowie ein solides Finanzierungsmodell bedürfen der intensiven Recherche und fachlichen Vorprüfung.

Gezielte Unterstützung können entweder die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern oder der Deutsche Museumsbund geben.

Mein Fazit: 28 Monate Bearbeitungszeit für eine Prüfung eines Weiterbetriebes des Museums ist absolut nicht angemessen, ebenso die sehr oberflächige Antwort. Schade !!